Fugenzuschlag | Zur Herstellung individueller Gefach- & Mauerwerksfuge

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VeMura Fugenzuschlag für Fachwerk ist ein hochwertiger, zementfreier und hoch diffusionsoffener mineralischer Spezial-Zuschlagstoff (Körnung 0–4 mm) zur professionellen Sanierung, Rekonstruktion und Gestaltung historischer Fachwerkgefache, Mauerwerksfugen sowie anspruchsvoller Stein- und Lehmkonstruktionen.

Die rezepturtechnisch abgestimmte Mischung basiert zu ca. 70 % auf hochwertigen sekundären Rohstoffen sowie zu ca. 30 % auf hochporösen Leichtzuschlägen (u. a. Perlit und Zeolith). Sie dient als leistungfähige Systembasis, die vor Ort flexibel mit einem passenden Bindemittel, je nach bauphysikalischer Anforderung mit Kalk (z. B. NHL oder Luftkalk) oder Lehm, angemischt wird.

ANWENDUNGSBEREICHE

Durch seine geringe Eigenspannung, hohe Elastizität und Wasserdampfdiffusionsfähigkeit eignet sich das Mörtelsystem besonders für die Anforderungen historischer Bausubstanz, denkmalgeschützter Gebäude und ökologischer Neubauten. Es unterstützt die Vermeidung von Spannungsrissen an den Flanken und trägt dazu bei, feuchtebedingte Schäden zu reduzieren. Es eignet sich für:

Mauerwerks- & Gefachfugen

Verfugung von historischem Ziegel-, Backstein- und Natursteinmauerwerk sowie Gefachflächen im Außen- und Innenbereich.

Fachwerk & Holzanschlüsse

Elastische Fugen- und Anschlussausbildung an Holzständern, Schwellen, Riegeln und Lehmgefachen.

Reparaturen & Putzmörtel

Instandsetzung mürber oder beschädigter Gefachputze und Putzlagen.

GEEIGNETE UNTERGRÜNDE & BAUSUBSTANZEN

Tragfähiges Ziegel- und Natursteinmauerwerk, Lehmgefache, Holzständer-/Fachwerkkonstruktionen sowie historische Kalk- und Lehmputze.

Nicht geeignet für dauerhaft im Wasser stehende Sockelbereiche oder als tragender Baustatik-Mörtel.

 

BINDEMITTELAUSWAHL

Bevor angemischt wird, muss der Bestand untersucht werden:

  1. Kalk-Bindemittel (z. B. NHL 2 / NHL 3.5 / NHL 5 oder Weißkalkhydrat): Die ideale Wahl bei Ziegel- und Natursteinmauerwerk. Die Festigkeit des Kalks muss zwingend weicher oder gleichwertig zum Stein gewählt werden.

  2. Lehm-Bindemittel: Die bevorzugte Wahl bei reinen Lehmgefachen und lehmhaltigen Innenkonstruktionen. Nimmt Feuchte elastisch auf, darf außen jedoch nicht ungeschützt direkter Schlagregenbelastung ausgesetzt werden.

 

REZEPTUR

Standard-Rezepturen (Mischungsverhältnisse):

  • Kalk-Standardmischung (15 kg + 5 kg):

    1 Sack (15 kg) VeMura Fugenzuschlag + 5 kg Baukalk (oder 1 Sack à 25 kg Baukalk auf genau 5 Säcke à 15 kg VeMura FUgemmischung).

  • Lehm-Mischung:

    Da das optimale Mischungsverhältnis vom historischen Baubestand, der Fachwerk-Bauart sowie den spezifischen Herstellervorgaben des jeweiligen Lehmbindemittels abhängt, ist die Rezeptur stets durch einen baustellenseitigen Vorversuch zu ermitteln, bevor die Gesamtemenge angemischt wird.

 

EIGENSCHAFTEN & VORTEILE

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Zementfrei & kalkbasiert: Materialgerechte Lösung für die Sanierung historischer Fachwerkkonstruktionen.

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Diffusionsoffen: Unterstützt einen natürlichen Feuchtehaushalt der Konstruktion.

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Optimierte Körnung 0–4 mm: Ermöglicht eine gute Verarbeitung und sichere Einbettung der Steine.

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Natürliche Bestandteile: Mit Lehm, Zeolith, Perlit und Recyclinggesteinen für einen mineralischen und ressourcenschonenden Mörtelaufbau.

VERARBEITUNG

Schritt 1

Untergrund vorbereiten

Die zu verfugenden Steinflächen zunächst gründlich mit Wasser vornässen, idealerweise mit einem Quast. Der Untergrund sollte gleichmäßig durchfeuchtet, jedoch nicht tropfnass sein. Stark saugende Bereiche gegebenenfalls mehrfach vornässen.

Schritt 2

Gefachfuge einbringen

Die angemischte Gefachfuge anschließend mit einer Fugenkelle in die Fugen einbringen und sorgfältig verdichten. Die Fuge zunächst etwas tiefer als die gewünschte Endoberfläche ausführen. Während des Abbinde- und Trocknungsprozesses können bei einem natürlichen mineralischen Mörtel leichte Schwindrisse entstehen. Diese sind grundsätzlich materialtypisch und stellen bei geringer Ausprägung keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Funktion dar. Größere oder wiederkehrende Rissbildungen können unter anderem durch zu schnelles Austrocknen, starke Saugfähigkeit des Untergrunds oder ungünstige Witterungsbedingungen begünstigt werden.

Schritt 3

Nachbearbeitung

Am Folgetag können die verfugten Bereiche vorsichtig mit einem leicht feuchten Pinsel überarbeitet werden. Dies ermöglicht eine behutsame Nachbearbeitung der Oberfläche und unterstützt bei geeigneten Bedingungen den weiteren Abbindeprozess. Während der ersten Abbindephase sollte die Gefachfuge vor direkter Sonneneinstrahlung, starkem Wind, Frost und zu schneller Austrocknung geschützt werden. Bei trockener oder warmer Witterung kann ein vorsichtiges Nachfeuchten sinnvoll sein.

Schritt 4

Dekorative Schlämme

Nach ausreichender Erhärtung, in der Regel nach etwa zwei bis vier Tagen bei geeigneten Bedingungen, kann das Gefach optional mit einer dekorativen Kalkschlämme überarbeitet werden. Die dekorative Kalkschlämme sorgt für eine einheitlichere Oberfläche, kann leichte, materialtypische Schwindrisse optisch kaschieren und ermöglicht eine individuelle farbliche Gestaltung des Gefachs.

KORNGRÖßE

0–4 mm

 

VERBRAUCH

Der Richtwert für den Materialverbrauch liegt bei ca. 1,2 kg/m² je mm Schichtdicke.

Je nach Saugfähigkeit, Rauheit des Untergrunds und Fugentiefe kann der tatsächliche Verbrauch um ca. ± 20 % variieren.

 

GRUNDIERUNG

Bei geeigneten Untergründen kann eine Grundierung eingesetzt werden, um das Saugverhalten zu regulieren und die Haftung zu optimieren.

Je nach Untergrund empfehlen wir eine VM Silikat-Grundierung BASE oder VM Mineral-Grundierung FONDO. Die Grundierungen können insbesondere bei unterschiedlich stark saugenden Untergründen zu einem gleichmäßigeren Materialauftrag beitragen. Dabei bleibt die für mineralische Konstruktionen wichtige Wasserdampfdiffusionsfähigkeit erhalten.

 

ABBINDE- & TROCKNUNGSZEIT

TROCKNUNG & NACHBEHANDLUNG

Die Abbinde- und Trocknungszeit hängt maßgeblich vom gewählten Bindemittel sowie von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schichtdicke und Saugfähigkeit des Untergrunds ab.

  • Trocknungsdauer: Bei einer Standard-Kalkmischung (ca. 20 °C und 60 % rel. Luftfeuchte) ist die Oberfläche nach ungefähr 6 Stunden oberflächlich trocken. Die vollständige Festigkeit und Karbonatisierung erfolgt jedoch schrittweise über mehrere Tage bis Wochen.

  • Nachbehandlung bei Kalkmischungen: In den ersten Tagen muss die Fuge vor zu schneller Austrocknung, Frost, Wind und direkter Sonne geschützt werden. Bei warmen oder windigen Bedingungen ist die Fläche ca. 1–3 Tage regelmäßig leicht mit Wasser zu benebeln, um ein kornfestes Aushärten zu gewährleisten.

  • Besonderheit bei Lehmbindemitteln: Bei lehmbasierten Mischungen erfolgt die Abbindung rein physikalisch durch Austrocknung. Hier darf keinesfalls mit Wasser benebelt werden, da feuchte Lehmflächen wieder anlösen.

Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Zeiten sind Richtwerte. Beachten Sie zwingend die spezifischen Verarbeitungs- und Nachbehandlungshinweise des jeweils eingesetzten Bindemittel-Herstellers.

 

VERSANDZEIT

Die Versandzeit beträgt 3–6 Werktage aufgrund unserer eigenen Herstellung in der Manufaktur.

 

 

Detaillierte Informationen zu den Produkten können im Downloadbereich heruntergeladen werden. 

System- & Rechtshinweis: Fugenzuschlag zur handwerklichen Baustellen-Mischung mit geeigneten Bindemitteln (Kalk oder Lehm). Produkt ist kein gebrauchsfähiger Fertigmörtel und fällt nicht unter eine harmonisierte Bauproduktennorm (z. B. DIN EN 998-1 / DIN EN 13888). Die mechanischen und bauphysikalischen Endeigenschaften hängen von der Wahl des Bindemittels, der Rezeptur und der fachgerechten Verarbeitung ab. Frei von Zement, Bioziden Wirkstoffen und Kunstharzdispergenzien.